Lehmstampfwand
Ich kenne einen, der hat ein Haus gebaut. Die Wände des Hauses sind aus Lehm, aus hochverdichtetem Lehm. Aus dickem Stahl hat er sich eine Schablone gebastelt um diese Wandquader zu stampfen. Selbst gestampft.
Lehm, Holz, Stahl, daraus besteht das Haus zu 90%. Um es in die Wiese zu kippen, wenn es nicht mehr gebraucht wird. "Ich wollte in meinem Leben ein Haus bauen!" Wer würde das nicht sagen? Aber so ein Haus...
Ort, sein Ort. Handschrift. Ein beträchtlicher Teil seiner Lebensgedanken stecken in diesem Kreativort. Verwirklichung, Liebe, Hingabe, Verbundenheit - ins Haus gegossen.
Haus eines Handwerk-Nerds. Dachterasse, Ausblick, Weinberg, Gewerbegebiet -aber anders. Handschrift, Verwobenheit, Verwurzlung.
Verwitterung als Ästhetik mitgedacht. Das Wetter nicht als Feind, sondern als Gestalter. Gewollt, so gedacht. Ein Haus das atmet, sich selbst reguliert, wie ein Organismus. Ein gut riechender Ort nach Nadelwald und Vertrautem.
Alles in Demut, mit Herz.